Die Bewegung

Die Geräte sind neu

Die erste Generation von Bienensaunen ist nun ausgeliefert. Zwar stecken fünf Jahre Erfahrung in den Geräten, aber es ist die erste Kleinserie und uns liegt jede einzelne Bienensauna am Herzen. Deshalb bitten wir Dich: Geh vorsichtig mit ihr um!

Die ersten 50 Geräte haben wir Euch noch rechtzeitig für die Sommerbehandlung bereitgestellt. Die weiteren 200 Bienensaunen werden von Ende Oktober bis Ende November an Euch ausgeliefert. Damit hat sich die Gemeinschaft der Bienensauna-Pioniere, denen wir vertrauen und vor allem zutrauen, die aktuellen Begrenzungen der Geräte zu verstehen und zu akzeptieren, noch einmal deutlich vergrößert.

  • Die Bienensauna hat einen Steckplatz für ein Mikrofon, aber noch kein Mikrofon an Bord. Das kommt erst im Frühjahr 2016. Zuerst muss die Bienensauna technisch in einem robusten und stabilen Zustand sein.
  • Das Befeuchtungsmodul war im August noch nicht fertig, daher haben eine Reihe unserer Pioniere noch einen Befeuchter, dessen Ummantelung fehlt. Inzwischen sind die Befeuchtergehäuse komplett und werden im Oktober und November im Zuge der nächsten Bienensauna-Auslieferungen mit versendet.
  • Die Bienensaunen verfügen aktuell nur über die Varroa-Programme, das Detox- und Gesundheitspflege-Programm und ein Reinigungsprogramm. Die restlichen Programme kommen mit dem ersten Update.

Solange wir die Geräte noch nicht nachgerüstet haben, können die Bienensaunen nicht unbeaufsichtigt arbeiten, weil sie Erregungszustände der Völker noch nicht erkennen können. Bleibe bitte während der Behandlung in Reichweite und kontrolliere ab und an, wie es Deinen Bienen geht. Steigt die Temperatur über 43°C ist das Gerät sofort abzuschalten. Dazu mehr unter Behandlung.

Sollte es zu Problemen bei der Bedienung oder der Anwendung kommen, oder infolge einer Wärmebehandlung, melde Dich zunächst bei uns. Wir sind immer ansprechbar und werden uns sofort um Dein Anliegen kümmern.

info@bienensauna.de

 

Gemeinsam die Bienen besser verstehen

Noch stehen wir am Anfang der Bewegung für Hyperthermie. Da wir weltweit die Ersten sind, die einen Feldversuch in dieser Größenordnung auf die Beine stellen, wird auch für uns vieles neu sein. Zu jeder Beobachtung werden wir das Zwiegespräch mit Experten suchen, wie zum Beispiel Manfred Borgstädt oder Hans Beer, und Stellung dazu beziehen. Alle Fragen und Erfahrungen sind uns willkommen, weil sie neue Erkenntnisse bringen. Dabei werden auch Situationen auftauchen, die für uns alle neu sind. Um diesen Prozess erfolgreich zu gestalten, wünschen wir uns drei Dinge von Dir:

  • Bitte beschreibe so genau wie möglich was passiert ist. Füge gerne Fotos oder Videos mit dazu und sende uns eine Email mit diesen Informationen. Wir antworten innerhalb von 24 Stunden.
  • Wende Dich an uns und nicht an das Imkerforum. Wir haben Erfahrung mit Wärmebehandlungen mit der Bienensauna - niemand anders! Wenn wir gemeinsam zu einem Ergebnis gekommen sind und Du eine Veröffentlichung wünscht, machen wir das gerne bei uns auf der Homepage.
  • Vertraue uns und lasse Dir die Zusammenhänge erklären. Wahrhaftigkeit ist uns wichtig und deshalb werden wir Dir mitteilen, ob das Problem bei der Bienensauna selbst liegt, oder ob ein externer Faktor dafür verantwortlich war.

Nur gemeinsam werden wir neue Erkenntnisse richtig einschätzen lernen und ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Bienen entwickeln. Auf dieser Basis wird es uns gelingen, die Bienensauna weiter zu verbessern. Uns ist es ein Ansporn, Dich an diesen Fortschritten teilhaben zu lassen. Schließlich bist Du eine(r) der ersten UnterstützerInnen. Uns interessieren im Besonderen vier verschiedene Lernfelder:

  • Wir möchten besser verstehen lernen, was Wärme und Kälte für die Bienen bedeutet. Wärme ist ein bedeutender Faktor des Bienenlebens und des Biens als Wärmeorganismus. Uns geht es darum, Wärme gezielt für das Wohl und die Gesundheit der Bienen einzusetzen - und nicht nur gegen die Varroa.
  • Richard hat über fünf Jahre Erfahrungen zu den optimalen Zeitpunkten von Wärmebehandlungen gesammelt. Während dieser Zeit hat er ein Gespür dafür entwickelt, wann sich eine Behandlung nicht empfiehlt. Seine Erkenntnisse sind in das Handbuch eingeflossen. Je nach Standort und Wetterbedingungen werden sich leichte Abweichungen ergeben. Dafür interessieren wir uns sehr.
  • Mit der Bienensauna greifen wir in ein komplexes lebendiges System ein. Bei unserem Behandlungsverfahren steht die Bienenverträglichkeit im Zentrum. Doch der Einfluss auf die Königin, auf verschiedene Bienenrassen oder Wechselwirkungen mit äußeren Veränderungen, sind noch weitgehend unerforscht. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, hierzu Beobachtungen von Euch zu erhalten.
  • Schon auf der Frühjahrstour haben wir Erfahrungen mit Wechselwirkungen machen können. Dazu gehören gesundheitsschädliche Substanzen, wie Säuren oder Umweltgifte. Solltet Ihr derartige Wechselwirkungen beoachten, teilt uns dies bitte mit. Wir möchten diese dokumentieren, um eine Grundlage für politische Einflussnahme zu schaffen.

 

Du bist der Feldversuch

Während unserer Entwicklungsarbeit für die Bienensauna haben wir viele wichtige Erkenntnisse über Wärmebehandlung sammeln können. In fünf Jahren haben wir dazu rund 85 Völker behandelt. Mit Dir und den anderen 249 ImkerInnen können wir im nächsten halben Jahr 2.000 bis 5.000 Völker behandeln. Um diesen Erfahrungsschatz geht es uns. Diese Behandlungsdaten möchten wir in einer gemeinsamen Datenbank sammeln und auswerten.

Richard wird aus Deinen praktischen Erfahrungen vor Ort die Programmsteuerung der Bienensauna weiter verfeinern. Damit steigt der Wirkungsgrad der Bienensauna und/oder die Behandlungszeit sinkt. Wenn Du Dich am Feldversuch beteiligst, stellen wir Dir unsere Erkenntnisse in Form von Software-Updates kostenlos zur Verfügung. Die Hardware, also die Bienensauna vor Ort, bleibt gleich, wird aber mit jeder Software-Aktualisierung besser - das ist unser Konzept.

Software-Updates

Der Feldversuch lebt von präziser und kontinuierlicher Dokumentation. Nur so können wir aus den Daten auch konkrete Rückschlüsse ziehen. Um für jeden Imker eine Beteiligung zu ermöglichen, haben wir drei unterschiedliche Standards festgelegt. 

  • Du dokumentierst die Behandlung mit der Bienensauna über einen Zeitraum von drei Jahren bei mindestens fünf Völkern. Du erhältst die Software-Updates über die Lebensdauer der Bienensauna hinweg kostenlos.
  • Du dokumentierst die Behandlung mit der Bienensauna an mindestens zwei Völkern. Du erhältst die Software-Updates so lange, wie Du am Feldversuch teilnimmst.
  • Du dokumentierst die Behandlung mit der Bienensauna an zumindest einem Volk. Du erhältst so lange einen Rabatt von 50% auf die Software-Updates, wie Du am Feldversuch teilnimmst.

Die internen technischen Behandlungs- und Programmdaten speichert die Bienensauna selbsttätig. Der Speicher reicht für 100 Behandlungen. Diesen Puffer nutzen wir, um in der Zwischenzeit ein Softwareprogramm zu entwickeln, das den Upload in die Datenbank automatisiert. Bis Ende November 2015 wollen wir Dir diese Software zur Verfügung stellen. Sie steuert die Übertragung der Behandlungsdaten in die Datenbank, sowie den Empfang von Software-Updates über die USB-Schnittstelle der Bienensauna.

Gemeinsame Datenbank

Die Datenbank wird öffentlich zugänglich sein, sodass sich jeder Imker - auch alle, die noch auf andere Behandlungsmethoden setzen - über die Behandlungserfolge der Bienensauna informieren kann. Dazu entwickeln wir anonymisierte Visualisierungen des Milbenbefalls, der Volksstärken und der Honigerträge per Region.

Da jede Bienensauna von mehreren ImkerInnen genutzt werden kann, vergeben wir individuelle Benutzernummern. Jede(r) NutzerIn der Bienensauna meldet sich in der Datenbank über die eigene Benutzernummer an und hat so die Möglichkeit, die eigenen Daten einzugeben bzw. sich die Behandlungsergebnisse anzuschauen.

Die Entwicklung der Datenbank ist ein fortlaufender Prozess, in den wir gerne Deine Anregungen zur Struktur und zu Visualisierungen aufnehmen. Schreibe uns Deine Vorschläge bitte unter info@bienensauna.de.

Fotoanalyse

Gemeinsam mit einem Forschungsinstitut der Universität Jena möchten wir eine Fotosoftware entwickeln, die den Milbenbefall automatisch erkennt. Dieses Projekt werden wir in 2016 beginnen und wollen es über die nächsten Jahre im Rahmen einer Promotion verwirklichen.

Deshalb haben wir uns entschieden, die Dokumentation des Milbenfalls über Fotos zu organisieren. Die Fotos vom Gemüll können mit Smartphones oder modernen handelsüblichen Kameras aufgenommen und von den ImkerInnen in die Datenbank hochgeladen werden. Du machst alle zwei Tage ein Foto: Beginnend 6 Tage vor der Behandlung und 24 Tage nach der Behandlung endend. Mit Datum versehen, können wir die Daten verlässlich einschätzen und später automatisiert erfassen. Das garantiert uns eine Datenbasis, auf der wir gute Entscheidungen für die Software-Verbesserung treffen können.