Bienensauna macht Station in München

Großes Interesse bei Imkern

Wenn man aus Ulriksberg in Schweden kommt, dauert die Anreise zur Stemmerwiese im Stadtzentrum von München eine Weile. Wir treffen um 15 Uhr, nach 25 Stunden Fahrt, trotzdem pünktlich ein. Der Prototyp hat die Autofahrt zwar gut überstanden, aber zwei, drei Schrauben müssen wir doch zusammensuchen, um den Lüfter wieder zu befestigen.

Bei Andreas Bock von den Stadtimkern München haben sich zehn bis fünfzehn Imker eingefunden, um die Bienensauna live im Einsatz zu sehen. Dieser Andrang überrascht uns schon. Schließlich hatten wir erst für den darauf folgenden Tag einen Vortragsraum im Ökologischen Bildungszentrum organisiert, um die Behandlungsergebnisse dort einem größeren Publikum zu präsentieren.

Schwierige Testbedingungen

Bevor wir uns versehen, ist schon die erste Stunde mit der Beantwortung der dringendsten Fragen um. Wir starten mit erheblicher Verzögerung in die Behandlung. Es ist ein starkes, gut eingefüttertes Bienenvolk von Nikolay Dichev, das wir vor uns haben. Der Imker hat alles richtig gemacht. Wir hingegen nicht, denn diese Menge Zuckerlösung erschwert die Erwärmung der Beute. Zudem ist kaltes Oktoberwetter und unser Prototyp hat nicht die Leistungsfähigkeit des zukünftigen Seriengerätes. Die fehlende Leistungsreserve führt dazu, dass wir die gewünschte Temperatur nicht erreichen.

Am Tag darauf treffen wir uns im ÖBZ, um die Ergebnisse zu besprechen. Andreas und Nikolay erläutern, dass trotz des nicht vollends geglückten Tests, der Milbenbefall reduziert wurde. Mit der Puderzucker-Methode finden sich noch zwei Milben in der Probe. Ein sehr guter Wert, der eine reduzierte Befallsrate induziert. Gleichwohl sind wir keineswegs zufrieden, denn wir konnten nicht die volle Leistungsfähigkeit der Bienensauna unter Beweis stellen. Zudem führt Andreas Bock später aus, dass wir wahrscheinlich nur den Milbenbefall der adulten Bienen reduziert haben, weil die Wärme gar nicht in die Wabenstruktur eindringen konnte. Mit Nikolay vereinbaren wir einen Nachbehandlungstermin, um sein Bienenvolk wirklich milbenfrei zu bekommen.

Erste Vorbestellungen vereinbart

Andreas berichtet mit seiner ganzen Erfahrung, dass er schon während der Behandlung keine Beunruhigung des Volkes feststellen konnte. Auch der Brut geht es nach dem Einsatz der Bienensauna prächtig. Die Bienen aus dem behandelten Volk sind dann auch die ersten, die die Morgensonne auf der Stemmerwiese genießen.

Als wir in gemeinsamer Runde am Sonntag zusammen sitzen wird klar, dass wir die Münchner Imker überzeugt haben. Trotz verunglücktem Test zweifelt kaum einer an der Methode. Die Funktionsfähigkeit des Gerätes konnten wir heute nur erläutern aber noch nicht demonstrieren.  Das ist die Aufgabe für Berlin. Obwohl noch nichts entschieden ist, werden sich ÖBZ-Imker und die Stadtimker wohl zusammenschließen und gemeinsam Bienensaunen vorbestellen. Ein einzelner Imker sagt uns darüber hinaus direkt zu, eine Bienensauna zu erwerben.

Nächster Schritt

Richard wird den Prototypen wetterfester machen, bevor wir nach Berlin weiterreisen, um dort weitere Behandlungen vorzunehmen. Am 21. Oktober sind wir dort gleich mit drei Bienenvölkern verabredet, die wir vital in die Winterperiode schicken wollen.